wie das Messer in seine Hand geraten sei, wisse er nicht

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Kommentar

Anspielung auf Hotel Mordschein, s. Eintrag ›Wie das Messer‹

Textausschnitte

Kalte Herberge, S. 247

[...] Würde es zumindest im Winter geschehen sein!, Ende Januar etwa, wie in einem anderen, nachfolgenden und doch gleichen Fall, in einem anderen, der städtischen Wohnhäuserverwaltung, WIENER WOHNEN, WIENER WOHNEN INFORMIERT, unterstellten Stiegenhaus geschehen – Freund stach Kellnerin ein Auge aus, Wiener lauerte im Stiegenhaus; ein feiner Freund, einen solchen Freund hätte wohl eine jede gern, und wo sonst sollte ein Wiener lauern, wenn nicht im Stiegenhaus eines Stiftungshauses, noch dazu ein glotzäugiger junger Vorstadtkretin wie dieser, ein gewisser Fichtinger; wie das Messer, ein Fixiermesser diesmal, kein Küchenmesser, wie das Messer in seine Hand geraten sei, wisse er nicht, wie er ja überhaupt nichts mehr wisse, außer, daß er seine frühere Lebensgefährtin bloß habe beruhigen wollen, würde er sich später vor Gericht verantwortet haben; würde die Bluttat im Landstraßer Stiftungshaus im strengen Winter geschehen sein, der Gewalttäter würde sich nicht verschanzt und mit seinem Fenstersturz gedroht haben, da er das Glatteis unten gefürchtet haben würde, die Blutlachen in der Toreinfahrt und vor dem Haustor würden zwar auch nicht entfernt worden sein, auch im Winter würde sich keine Hausmeisterhand gerührt haben, aber das Blut würde bald gefroren sein und würde keine Fliegen und schon gar nicht, wie im Spätsommer, Fliegenschwärme angelockt haben [...]


Zitiervorschlag:
wie das Messer in seine Hand geraten sei, wisse er nicht. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1270, 2019-02.