Taubenschlag

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Kommentar

Eventuell Verweis auf Karl Mays Horcher im Taubenschlag , s. Eintrag ›der Horcher im Taubenschlag‹

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 191

[...] wie wenn Sie, laut sprechend, Nachschau hielten, Nachschau vor der Türe, auf dem Vorfeld, dem Aufmarschgebiet, im Hausflur, aber wer hat Ihnen erlaubt, die Stellung zu verlassen, und wäre es, um Nachschau zu halten, wer hat Ihnen erlaubt, ins Stiegenhaus zu gehen, Licht im Stiegenhaus?, wie wenn Sie Licht machten, oder es zumindest versuchten, Kein Licht im Stiegenhaus, wie wenn Sie Licht hätten machen wollen, aber, wie befürchtet, und wie zur Bestätigung – Wie wenn der Kopf, in dem die Gedankenstimme vermutet werden darf, durch die aus guten Gründen verschlossene Wohnungstüre hindurch im Stiegenhaus herumgeisterte, Licht im Stiegenhaus? Kein Licht im Stiegenhaus? Wie wenn diese Gedankenstimme über einem giftgrünen Wams und einem Buckel anzusiedeln wäre, Licht im Stiegenhaus? Kein Licht im Stiegenhaus? Oder über einer entschlossenen Hand mit einem Küchenmesser, Licht, Ganglicht, Zischen des Ganglichts? Wie kann der Kopf über dem Schreibtisch, zwischen Schreibtisch und Fenster allenfalls, gleichzeitig außerhalb, im Stiegenhaus, derartige Nachforschungen anstellen, in dieser Deutlichkeit und rhetorischen Schärfe noch dazu? Licht im Stiegenhaus, kein Licht im Stiegenhaus? Genial, Manker, diese Darstellung, nein, Darstellung nicht, dieses Spüren-, nein, Aufblitzenlassen, Durchscheinenlassen dieser Aura von Spaltungsirresein, von SHINING, dieser MORDSCHEIN; Mordschein schon wieder, und es wäre doch nur, in Gedanken, zu fragen und wird noch zu fragen sein: Licht im Stiegenhaus? Kein Licht im Stiegenhaus? Kein Zischen des Ganglichts, keine Viola im Nebenzimmer? Keine Viola im Nebenzimmer!, warum plötzlich so leise, Manker, warum so verschämt, oder verschwiegen? Dieses Flüstern: Keine Glühbirne herausgeschraubt, wie beim bis heute nicht aufgeklärten sogenannten Karfreitagsmord? Warum das? Damit uns keiner hören kann, kein etwaiger Horcher im Taubenschlag [...]

Kalte Herberge, S. 242

[...] – Weiter in den dritten Stock, wird man an feuchtem Mauerwerk, an einem immer größer gewordenen Fleck nassen, Blasen bildenden, ausblühenden und abbröckelnden Verputzes vorbei gemußt haben – aber wer wird sich so weit hinauf gewagt haben, bis zum Taubenschlag, in die dünne Luft unter dem Dach, zur hohen Flügeltüre der Hauspartei Numero 24, zum Vorzimmer mit den frei verlegten Gasleitungen, zum Gaslicht, wer, außer ungebetenen nächtlichen Besuchern, Mördern und Irren [...]


Zitiervorschlag:
Taubenschlag. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1256, 2019-02.