»Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich, keuchte ich und umklammerte seine Beine.«

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Kommentar

In der Strafkolonie , Erzählung Kafkas (1914 entstanden, 1919 veröffentlicht): Ein Forschungsreisender wohnt während seines Besuches in der Strafkolonie einer Exekution bei, welche den Delinquenten das Urteil nicht verkündet, sondern von einer eigens dafür konstruierten Maschine immer tiefer in die Haut geschrieben wird. Die Schuld des Verurteilten besteht darin, seine Pflicht des nächtlichen stündlichen Salutierens vor der Tür des Hauptmanns vernachlässigt zu haben. Der Hauptmann hat den Diener schlafend vorgefunden: „Er holte die Reitpeitsche und schlug ihm über das Gesicht. Statt nun aufzustehen und um Verzeihung zu bitten, faßte der Mann seinen Herrn bei den Beinen, schüttelte ihn und rief: ,Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich.‘“ (Kafka 1994, 213)

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 131

[...] Was machen Sie denn, sind Sie verrückt geworden, schrie der Kustos und raffte sich wieder auf, Sie zerstören ja die Installation! Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich, keuchte ich und umklammerte seine Beine. [...]


Zitiervorschlag:
„Wirf die Peitsche weg, oder ich fresse dich, keuchte ich und umklammerte seine Beine.“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.987, 2019-02.