»Später muß ich meiner Mutter, der Bäuerin zur Hand gehen, wenn sie das Heilszeichen, das Radkreuz in die frischgebackenen Brote drückt.«

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Kommentar

Die Szene, in der Auerswalds Protagonistin mit der Bäuerin Brot bäckt, befindet sich nur in der in der Zeitschrift abgedruckten Version: „Sie kam mit einem Tonstempel in der Hand, der das Heilszeichen des Hofes trug. Es war ein Radkreuz. Dieses Heilszeichen drückte sie auf jedes Brot.“ (Auerswald 1939, 469) Das Radkreuz ist ein seit der Jungsteinzeit verwendetes und in Funden überliefertes Ritzzeichen, ein Symbol für Licht und Sonne, im asiatischen Raum sehr verbreitet; bei den Germanen war es ein „Bild des Jahreslaufes und des sich immer wieder erneuernden Lebens“. (Forstner/Becker 1991, 123) Taucht im Frühchristentum als vereinfachtes Christussymbol auf; seit dem 19. Jahrhundert in Abwandlung verbreitet, z.B. im Neopaganismus, in Esoterik und Okkultismus, aber auch bei Gruppierungen mit rassistischer und (neo)nazistischer Ideologie.

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 128

[...] Später muß ich meiner Mutter, der Bäuerin, zur Hand gehen, Wenn sie das Heilszeichen, das Radkreuz in die frischgebackenen Brote drückt [...]


Zitiervorschlag:
„Später muß ich meiner Mutter, der Bäuerin zur Hand gehen, wenn sie das Heilszeichen, das Radkreuz in die frischgebackenen Brote drückt.“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.957, 2019-02.