Die hohen Zeichen

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Kommentar

Nachdem Josef Weinheber (1892–1945) mit dem Gedicht Dem Führer bereits eine Eloge zu Hitlers 50. Geburtstag (1939): geschrieben hatte, entstand – offensichtlich bei einem Treffen mit dem Intendanten des Reichssenders, Veit Roßkopf – im Jänner 1939 die Idee einer „Fleißaufgabe“ (Berger 1999, 300). Das „Hörspiel“ Die Hohen Zeichen , für das Werner Egk Fanfaren- und Orgelmusik komponierte, bezieht sich auf die Übersiedlung der Reichsinsignien von Wien nach Nürnberg. Im ersten Teil rufen Schwert, Krone, Zepter und Reichsapfel chorisch nach dem „Einen“, der zweite thematisiert die „Wanderschaft“ der Insignien, der dritte sei, so Weinheber, „als Apotheose der endlich vollzogenen Einheit des Reiches und des Mannes zu verstehen, der sie schuf“ (zit. n. Berger 1999, 299). Das Stück wurde am 19. April 1939, am Vorabend des „Führer-Geburtstags“, im Rundfunk gesendet, Egk dirigierte die Ursendung in Leipzig selber. (vgl. Herbort 1970)

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 118

[...] Und nun die Egk-Abteilung! – Hier Werner Egk während der Arbeit an seiner „Zaubergeige“, er probiert gerade eine Szene mit dem Juden Guldensack; am Nebenpult ist er mit einer Auftragsarbeit für den Reichssender Leipzig befaßt – sehen Sie nur, welche Tiefe, welche Anstrengung –, mit dem Weihespiel Die hohen Zeichen, nach Weinheber, einem Österreicher, es ist komisch, nicht? Er muß sich beeilen, die Ursendung soll ja zum Geburtstag des Führers stattfinden [...]


Zitiervorschlag:
Die hohen Zeichen. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.873, 2019-02.