Carl Orff

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Kommentar

Carl Orff (1895–1982), deutscher Komponist und Musikpädagoge. Über seine Rolle im „Dritten Reich“ gibt es unterschiedliche Auffassungen, Orff selbst habe nach 1945 darauf beharrt, „dass sein Werk, besonders die szenische Kantate Carmina Burana ,von den Nazis geächtet worden und er ihnen als Komponist und Bürger suspekt gewesen sei“ (Kater 2004, 151), meist wird er als „Mitläufer“ eingestuft. Die 1937 in Frankfurt/M. uraufgeführte Carmina Burana wurde trotz kritischer Stimmen in der NS-Zeit zu einem großen Erfolg. 1938 übernahm Orff den Auftrag, seine früheren Kompositionen zu Shakespeares Sommernachtstraum zu überarbeiten, als Ersatz für das Stück des „Juden Mendelssohn-Bartholdy“ (Wagner-Régenys Sommernachtstraum-Musik betrachtete man als der Dichtung nicht ebenbürtig). Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass Orff dieNS-Ideologie guthieß (vgl. Kater 2004, 176), aber für das Regime war er politisch offensichtlich ohne Makel.


Carl Orff, 1963
Foto: Imagno / picturedesk.com

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 117

[...] Sie sehen hier – er deutete auf einen der Tondichter – Carl Orff bei der Neuschöpfung der Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“, und dort – er wies auf ein Pult in der Nähe – sehen Sie Rudolf Wagner-Régeny bei der Lösung derselben Aufgabe [...]


Zitiervorschlag:
Carl Orff. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.863, 2019-02.