Hans Pfitzner

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Kommentar

Hans Pfitzner (1869–1949), deutscher Komponist und Musikschriftsteller. Fred K. Prieberg schreibt davon, dass Pfitzner bereits in den 1920er Jahren Verschwörungstheorien gegen linke Positionen vertrat und antisemitisch eingestellt war und damit „aus äußerster rechter Ecke […] eine scheinbar moralische Position [verfocht], die den Mythos von ,Blut und Ehre‘ vorwegnahm.“ (Prieberg 1982 , 35) Pfitzners Musik war dann allerdings wenig „brauchbar“ für den NS-Staat, die Zahl der Aufführungen seiner Werke ging nach 1933 zurück, Pfitzner hatte „das Gefühl der Enttäuschung über das Dritte Reich“ (Kater 2004, 220). Das bedeutet aber nicht, dass er gar mit Repressalien zu kämpfen hatte: Er erhielt etwa von Goebbels eine persönliche Ehrengabe von 50.000 RM (vgl. Prieberg 1982, 131) und stand auf der Sonderliste der drei wichtigsten Musiker der „Gottbegnadetenliste“ (vgl. Klee 2009, 413). Als sein Hauptwerk gilt die Oper Palestrina (1917).


Max Reinhardt, Gustav Mahler, Carl Moll und Hans Pfitzner im Garten der Villa Moll, Hohe Warte, Wien 1905
Foto: Moriz Nähr, Österreichisches Theatermuseum, Imagno / picturedesk.com

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 117

[...] In mehreren Reihen waren schwarze Postamente mit Gipsbrüsten deutscher Tondichter ausgestellt, ich erkannte auf Anhieb den Schöpfer des „Palestrina“ , Hans Pfitzner, den Meister der Märchenoper „Schwarzer Peter“, Norbert Schultze, dessen liebenswertes Opus ich einst als Kind im Klagenfurter Stadttheater gesehen hatte, sowie Richard Strauss und Franz Lehar [...]


Zitiervorschlag:
Hans Pfitzner. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.851, 2019-02.