»Schimpfkanonade«

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Kommentar

Thomas Bernhards Stil wird mit diesem Begriff charakterisiert, vgl. etwa: „Eine Prosa, die von Tiraden und Schimpfkanonaden gekennzeichnet ist, wird im Ausland längst als bernhardesk rezipiert; in Österreich ist diese besondere Art des Räsonierens nichts Außergewöhnliches“ (Betz 2003, 76).

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 91

[...] Den Stock zwischen die Knie geklemmt auf der Sitzbank des Bordone-Saals im Kunsthistorischen Museum, schon kann es losgehen mit der Vernichtungsrhetorik, mit der Poesie der Urteilstafeln, mit der Schimpfkanonade, auf los! geht’s los! Ich brauche nur zu sagen: Dieses Land ist eine Senkgrube der Lächerlichkeit oder An jedem Morgen steigt uns die Schamröte ins Gesicht vor soviel Lächerlichkeit, und für die deutsche Literaturkritik, für den Zeitmichaelis oder diesen anderen Blödian von der Frankfurter Allgemeinen, ich habe seinen Namen vergessen, handelt es sich schon um eine Offenbarung, um eine literarische Weltverblüffung [...]


Zitiervorschlag:
„Schimpfkanonade“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.639, 2019-02.