»Vernichtungsrhetorik«

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Kommentar

Rolf Michaelisbetitelt seine Rezension zu Thomas Bernhards Auslöschung mit „Vernichtungsjubel“und betont darin mehrfach die sprachlichen Strategien des Vernichtens: „Hier soll Erzählen einmal nicht nur etwas retten, für die Vergangenheit aufbewahren, sondern im Erzählen, im atemlos wütenden Reden vor allem vernichten, kaputtmachen, auslöschen.“ (Michaelis 1986)

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 91

[...] Den Stock zwischen die Knie geklemmt auf der Sitzbank des Bordone-Saals im Kunsthistorischen Museum, schon kann es losgehen mit der Vernichtungsrhetorik, mit der Poesie der Urteilstafeln, mit der Schimpfkanonade, auf los! geht’s los! Ich brauche nur zu sagen: Dieses Land ist eine Senkgrube der Lächerlichkeit oder An jedem Morgen steigt uns die Schamröte ins Gesicht vor soviel Lächerlichkeit, und für die deutsche Literaturkritik, für den Zeitmichaelis oder diesen anderen Blödian von der Frankfurter Allgemeinen, ich habe seinen Namen vergessen, handelt es sich schon um eine Offenbarung, um eine literarische Weltverblüffung [...]


Zitiervorschlag:
„Vernichtungsrhetorik“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.635, 2019-02.