»sanften, tatsächlich nur seichten Touristen«

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Kommentar

Die Bezeichnung „sanfter Tourismus“wurde erstmals 1980 durch den Zukunftsforscher Robert Jungkeinem größeren Leserkreis bekannt gemacht, Jungk veröffentlichte in der Zeitschrift GEO (Nr. 10/1980) die Kontrastliste „Hartes Reisen – Sanftes Reisen“: „Massentourismus / Einzel-, Familien- und Freundesreisen // Wenig Zeit / Viel Zeit // […] ,Sehenswürdigkeiten‘ // Erlebnisse“ (Broggi 1985, 19). Eine der ersten Definitionen stammt vom österreichischen Geograph Arthur Spiegler: „Sanfter Tourismus ist jene Form des Urlaubs- und Reiseverhaltens, bei der sich sowohl der Gast als auch der Gastgeber der Natur gegenüber verträglich verhalten. Mechanische Transportmittel, wie sie für den Massentourismus charakteristisch sind, treten in den Hintergrund, oft wird aus sie gänzlich verzichtet, und die Bewegung aus überwiegend eigener Kraft tritt in den Vordergrund.“ (Spiegler 1984)

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 16

[...] Und doch, fährt der Fremde nach einer Pause fort, und doch, würde dieser Nationalpark nur endlich errichtet! Und doch auch wieder nicht! Kaum wäre diese Wildnis eingezäunt, kaum wäre sie durch Straßen erschlossen, käme es in dieser Region zu einer noch höheren und beleidigenderen Konzentration von sogenannten sanften, tatsächlich nur seichten Touristen, als sie jetzt schon vorzufinden ist [...]


Zitiervorschlag:
„sanften, tatsächlich nur seichten Touristen“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.61, 2019-02.