König

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Kommentar

Kardinal Franz König (1905–2004), 1956–1985 Erzbischof von Wien

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 35

[...] Im Vordergrund haben sich acht Angehörige des Schloßpersonals für diese Ablichtung um den Adjutanten der holländischen Königin, die damals im Schloß eine private Sommerfrische verbracht hat, gruppiert [...]

Am Schreibtisch, S. 65

[...] Münchner Gärtnerplatztheater gegangen, die Papagena, eine verläßliche Klagenfurter Theaterkraft, ist nach Innsbruck gegangen, die Königin der Nacht ist aus Graz gekommen und wieder an die Grazer Oper zurückgekehrt, den Sarastro hat ein Hauptschuldirektor aus St [...]

Am Schreibtisch, S. 70

[...] Was hat ein Nationalsozialist in der Zauberflöte verloren, werde ich fragen, wie diese Durchdringung? Drinnen: die Zauberflöte, draußen: der Nationalsozialismus! Drinnen die Koloraturen der Königin der Nacht, die Kunst, die Schlußapotheose, das ganze Theater verwandelt sich in eine Sonne, und draußen die Wirklichkeit, die Wirklichkeit verwandelt sich in eine durchorganisierte Steinzeit, in einen Feuersturm! Theatersonne und Weltenbrand, das werde ich abhandeln, Vorschein, wie der Philosoph B [...]

Am Schreibtisch, S. 73

[...] Stellen Sie sich vor: Die dunkle, leere Bühne, und eine Arie der Königin der Nacht ist zu hören, ein großer Einfall [...]

Am Schreibtisch, S. 79

[...] Der Kurienkardinal König will unter strengster Geheimhaltung ins Glücksspielund Pornographiegeschäft einsteigen [...]

Hotel Mordschein, S. 137

[...] Hotel Mordschein Drei Prosastücke Mutmaßungen über die Königin der Nacht Die Baracken der beiden Lager befinden sich neben den Stolleneingängen, diesseits und jenseits des Gebirges, an der alten Paßstraße [...]

Hotel Mordschein, S. 138

[...] – Auch in Aachen wurde zu jener Zeit die Zauberflöte gespielt; dort war die Darstellung der Vernichtung der Königin der Nacht und ihres Gefolges einfach gestrichen worden [...]

Hotel Mordschein, S. 139

[...] Ohne daß sie auf oder außerhalb der Bühne etwas Böses getan hätte, wurde die Breslauer Königin der Nacht während einer Sonntagnachmittagsvorstellung, als sie, unter Feuer und Rauch der Verdammnis überantwortet, hinter die Kulissen taumelte, von dort wartenden Beamten der Geheimen Staatspolizei in Gewahrsam genommen; die Zivilen hatten sich schon vor dem letzten Auftritt der Königin der Nacht, während noch Tamino zu den Schreckenspforten geleitet worden war, um den Gang durch Feuer und Wasser zu wagen, im Theater verteilt [...]

Hotel Mordschein, S. 140

[...] Ihnen sei nämlich Ungeheures hinterbracht worden: Sie, die Königin der Nacht, habe in der Garderobe, vor einer Vorstellung, ihrer Bühnentochter Pamina, hinter vorgehaltener Hand und unter großem, verächtlichem Gekicher, von ihrer Nacht mit Reichsleiter Bormann erzählt, doch nicht nur das, wenngleich schon schlimm genug, nein, sie habe sich zu einer Behauptung verstiegen, die im gelindesten Fall an ihrem Verstand zweifeln lasse, daß nämlich, man wage gar nicht, es laut zu wiederholen, Reichsleiter Bormann Jude wäre, er wäre nämlich – beschnitten, Bormann, beschnitten! brüllte der Wortführer plötzlich mit hochrotem Kopf, das werde die Sängerin teuer zu stehen kommen, eine Königin der Umnachtung wäre sie, wenn sie solches verbreite! Nun, die Maskenbildnerin sei auf der Hut gewesen, sie habe alles belauscht, alles gehört, und unverzüglich die Behörde davon in Kenntnis gesetzt [...]

Hotel Mordschein, S. 141

[...] Ein als Liebhaber abgewiesener, aus gekränktem Stolz auf Vergeltung sinnender Korrepetitor am Regensburger Stadttheater sollte der dortigen Sängerin der Königin der Nacht zum Verhängnis werden [...]

Hotel Mordschein, S. 142

[...] Die Königin der Nacht wurde beim Verlassen des Hauses am Bühneneingang festgenommen, wegen Beihilfe zur Flucht eines gesuchten Staatsfeindes und Volksschädlings [...]

Hotel Mordschein, S. 143

[...] – Die Sängerin der Königin der Nacht, über den angeblichen Ehebruch weniger bestürzt als über die ekelhaft steirische, gewalttätige Art der Vorhaltungen, durfte schließlich die Garderobe aufsuchen; der Monostatos aber wurde zu einer ersten Einvernahme in den Theaterkeller verbracht, wo er von den Beamten Müller und Aurich auf das schwerste mißhandelt wurde [...]

Hotel Mordschein, S. 144

[...] Was mit der Salzburger Königin der Nacht weiter geschah, kann nur vermutet werden; Tatsache ist, daß entfernte Verwandte der Sängerin etwa ein halbes Jahr später eine amtliche Benachrichtigung erhielten des Inhalts, die Sängerin sei auf der Reise nach Theresienstadt einer Lungenentzündung erlegen [...]

Hotel Mordschein, S. 145

[...] Und doch, es wäre vielleicht durchzustehen, wenn ich eines nur wüßte: Was geschah mit ihr, der König [...]

Hotel Mordschein, S. 244

[...] Das ist es, gab ich mir – wieder und immer wieder – zur Antwort: jetzt würde ich werden, der König der Lüfte – Mensch geworden! Mensch geworden: Ich – nein, nicht ich, gell, wir sagen nicht ich, hehe – nicht ich, sondern er, der auch ich sagt, der schlimmste Schundartikel, den die Wirklichkeit je hervorgebracht hat [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 264

[...] Auch die Königsdisziplin des Gütertransportes, die Leerfracht, für immer dahin [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 340

[...] Eine große Sache! Es hätte, höre ich ihn begeistert aufzählen, es hätte beinhaltet: Erstbesteigungen mit dem Rücken zur Wand, Übungserstbesteigungen auf niedrigen, später, die Königsdisziplinen, Wand-Rücken-Erstbesteigungen auf hohen Dreitausendern, Freikörper-Erstbesteigungen etwa des Großvenedigers, Motorraderstbefahrungen des Großglockners, später Speedwayrennen den Glockner hinauf, über das sogenannte Eisleitl, das nicht von ungefähr so heißt, erster internationaler Glocknerlauf, irgendwann vielleicht: Salman-Rushdie-Gedächtnislauf, und, ein Blick in die Zukunft, Zukunftsmusik, und eben deshalb so kühn: Die Tauernrallye – wer auch nur einen Dreitausendergipfel nicht überquert, wird disqualifiziert (Problem: Aufstellung von Streckenposten und Preisrichtern, hatte ich notiert), ein Rennen, das sich über Jahre hinziehen würde [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 342

[...] Sie müssen sich, so mein Kamerad, Sie müssen sich vorstellen: jeder Dreitausender trägt am Gipfel oder in Gipfelnähe als Leuchtschrift seinen Namen, der in der Nacht erstrahlt, in vielerlei Farben und Schriftformen, dachte ich, in den Farben der in den Hohen Tauern vorhandenen Edelund Halbedelsteine vor allem; die englische Königskrone, ja, das haben Sie nicht gewußt, ist mit Smaragden aus dem Venedigergebiet besetzt [...]


Zitiervorschlag:
König. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.551, 2019-02.