Proksch

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Kommentar

Udo Proksch (1934–2001), „Freund der Mächtigen und Bonvivant“ (Pretterebner 1987, 13), übernahm 1974 die Führung der Wiener „Hofkonditorei“ Demel, wo er in der Folge seinen vor allem von sozialistischer Prominenz frequentierten „Club 45“ betrieb. Von hier aus habe sich für Prokscheine „ideale Drehscheibe für den illegalen Waffenhandel“ (Pretterebner 1987,88) ergeben, der Verteidigungsminister und ein leitender Geheimdienstbeamter waren Mitglieder in der „roten Loge“. (1977): sank der von ihm gecharterte Frachter „Lucona“ nach einer Explosion, sechs Menschen starben. Erst 1992 wurde Proksch – nach der Aufdeckung durch den Journalisten Hans Pretterebner– dafür verurteilt, er starb in Haft.


Udo Proksch im Café Demel, 1972
Foto: Horowitz (L) / Ullstein Bild, picturedesk.com

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 75

[...] von seinem Freund, dem Waffenhändler Proksch, in der Handhabung der neuen Glock-Pistole, einer Wunderwaffe, unterweisen; schließlich legt sich der Autor auf die Lauer und erschießt, zum Entsetzen und zur Empörung von Millionen Fernsehzuschauern, die Inspektoren Hirth, Fichtl und Schulz, die gerade das Gebäude der sogenannten Sicherheitsdirektion verlassen, aus dem Hinterhalt [...]

Am Schreibtisch, S. 127

[...] Auf dem Sektor der Raum-in-Raum-Installationen genießen wir Weltruf, erklärte der Führer stolz, um dann lachend hinzuzufügen: Da allerdings die deutsche Geschichte ohne Österreicher nicht denkbar wäre, haben wir für die Gestaltung dieser Schreckens-Installation die Künstler Heller, Hollein und Proksch aus Wien eingeladen, die ihrer Arbeit den etwas hintergründigen Titel „Arbeit macht frei, Arbeit macht reich“ gegeben haben [...]


Zitiervorschlag:
Proksch. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.503, 2019-02.