Atzbacher

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Kommentar

Erzählerfigur des Romans Alte Meister

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 65

[...] Sie sehen, lieber Atzbacher [...]

Am Schreibtisch, S. 91

[...] Ich brauche nur aufzutreten und zu sagen: Sie leben in einer durch und durch lächerlichen und in Wirklichkeit verkommenen Welt – welche Vernichtungswut! Die ganze Welt ist heute eine lächerliche, das ist die Wahrheit – welche Denunziationslust! Ein so schönes Land und ein so abgrundtiefer moralischer Morast – die Kunst der Fuge! Hier schreibt sich ein Autor unbeirrt in die Weltliteratur hinein! In einem so hoch bewerteten Buch der Held zu sein, ist natürlich ein Vergnügen, und die vollkommene Inkompetenz der Lobhudler, was schert sie mich? Jeder Satz, jeder mir auf dem Papier in den Mund gelegte, alles denunzierende und alles sagende und daher nichts denunzierende und nichts sagende Satz wird dankbar aufgenommen, heftig akklamiert, kann sich eine Figur mehr wünschen? Zeichen und Bedeutung, mein lieber Atzbacher [...]

Am Schreibtisch, S. 92

[...] und Bedeutung zugleich sein zu müssen, und doch ist das Zeichen nicht die Bedeutung! Zeichen und Bedeutung, die Poetik der Urteilstafeln!, lieber Atzbacher, oder soll ich Sie Frank nennen? – Und nicht das Gewöhnliche außergewöhnlich beschreiben, fiel nun eine andere Stimme ein, sondern das Außergewöhnliche gewöhnlich beschreiben, auch das ist wichtig, ein außergewöhnlicher Held, verständlich beschrieben, gewöhnlich zu Papier gebracht [...]


Zitiervorschlag:
Atzbacher. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.401, 2019-02.