»die rechte Hand vom Globus, vom Globocnik«

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Kommentar

Odilo Globocnik (1904–1945) kam 1918 mit seiner Familie nach Klagenfurt. Er übernahm in Kärnten führende Tätigkeiten während der Zeit der Illegalität im Austrofaschismus. Nach dem „Anschluss“ war er Gauleiter in Wien, 1939 wurde er „SS- und Polizeiführer“ im Distrikt Lublin und war dort für die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung verantwortlich. 1943 wurde er in die „Operationszone Adriatisches Küstenland“ versetzt, auch dort organisierte er Deportationen und verantwortete die Partisanenbekämpfung. Im Mai 1945 beging er in britischer Gefangenschaft Selbstmord. Sein Vorgesetzter, Heinrich Himmler, verwendete für Globocnik in seinem Dienstkalender manchmal den Spitznamen „Globus“ (vgl. Witte 1999, 204, 306, 566), Briefe an Globocnik begann er mit der Anrede „Mein lieber Globus“ (vgl. Schwindt 2005, 142 FN 114).


Gauleitner Odilo Globocnik am Schreibtisch, 1938
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S41858 / unknown, https://commons.wikimedia .org/wiki/File:Bundesarchiv_ Bild_183-S41858,_Odilo_Globocnik.jpg, CC-BY-SA 3.0

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 33

[...] Und dieser Lerch ist damals schon, das hab ich natürlich nicht wissen können als Bursch, damals schon der Chef vom illegalen SD, vom Sicherheitsdienst, gewesen, und war dann später ein ganz hohes Tier, die rechte Hand vom Globus, vom Globocnik, und der Kaltenbrunner ist sogar sein Trauzeuge gewesen in Berlin [...]


Zitiervorschlag:
„die rechte Hand vom Globus, vom Globocnik“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.189, 2019-02.