Glocknerstraße

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Kommentar

Der seit Anfang der zwanziger Jahre projektierte Straßenbau wurde ab 1930 von Norden (Fusch) und Süden (Heiligenblut) hier begonnen, die beiden Rampen waren 1932 fertiggestellt. Die Errichtung der Scheitelstrecke über das Hochtor (2504 m) verzögerte sich wegen Kostenüberschreitungen und Finanzierungsschwierigkeiten; die „Großglockner Hochalpenstraße“ wurde schließlich im August (1935): als Prestigeprojekt des austrofaschistischen Regimes eröffnet. (vgl. Rigele 1998)

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 32

[...] Was ich beim Schloßwirt erlauschte (Oral History) Es ist so gewesen: Ich bin von einer Kellnerin der Sohn gewesen, und meine Mutter hat, wie die Glocknerstraße gebaut worden ist, in der Baracke gearbeitet, in der Kantine, nicht wahr [...]

Hotel Mordschein, S. 192

[...] Der erste Teil, die ersten Kapitel sollten überschrieben werden mit Leben – oder Geschichte? – Der Anna Mayr, Private, Iselsberg an der Glocknerstraße, Post Dälsach, oder aber auch Botschaften, nein, Nachrichten, nein, doch Botschaften, Botschaften aus dem Egghäusel – Leben des Fräulein Anna Mayr in Briefen und Zeitdokumenten [...]

Hotel Mordschein, S. 193

[...] Einige Seiten später wird es sich herausgestellt haben, dachte ich, während ich das Fernglas ansetzte, um mich wieder in meine Arbeit an den ersten Kapiteln – Tage, vielleicht Wochen mußte ich inzwischen am Schreibtisch verbracht haben – einzublenden, in die Geschichte des Plattnerhofes im Höhenluftkurort Iselsberg an der Glocknerstraße, einer ländlichnoblen Sommerfrische, einer in Schwierigkeiten geratenen Pension im Besitz der Erbengemeinschaft Geschwister Mayr, verwaltet von Anna Mayr, Hotel Pension Bad Plattnerhof, vierzehn Zimmer, achtundzwanzig Betten; Dependancen; Eisenquelle; eigene Landwirtschaft; hundert Türen [...]

Hotel Mordschein, S. 205

[...] (Nanu, der arme Fritz bei seiner Schwester? Ah, hier mußte mir wahrscheinlich ein überraschender, weiter Paßball geglückt sein, fast über das gesamte Spielfeld, eine weite Vorlage von Bolzano an die Glocknerstraße, von Südnach Osttirol, unerwartet, ansatzlos und doch vorhersehbar – wie die Feder über das Papier flog, bravo!, und wieder: Bravo!) – Auf Ihren Antrag vom 28 [...]

Hotel Mordschein, S. 225

[...] In den fünfziger Jahren sind Filmleute ins Dorf gekommen, ins Dorf an der Glocknerstraße, zum Plattnerhof [...]

Hotel Mordschein, S. 226

[...] Kein Löschteich vorhanden!, bald seien auch die Feuerwehren aus dem Tal die alte Glocknerstraße heraufgekommen, aber nichts zu retten, Opfer an Leib und Leben seien nicht zu beklagen gewesen, aber sonst nichts zu retten von Hab und Gut, alles zerstört, am längsten habe das Blechdach des Futterhauses an der Rückseite des Hofes standgehalten, selbst von den hundert Türen, der Plattnerhof solle hundert Türen gehabt haben, sei keine einzige verschont geblieben [...]

Hotel Mordschein, S. 235

[...] ) Aber zurück jetzt, zurück über die Hohen Tauern an deren südöstlichen Rand, in Gedankenschnelle über die Glocknerstraße und, rechts abbiegend, etwa 100 Meter eine Wiese hinauf, zu einem kleinen, rechteckigen Waldstück [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 261

[...] Aber wie immer, ob sie nun meinen Bergkristall mitgenommen und den des Vorjahresschwiegersohnes – eine gute, ja allererste Wahl, aus Fusch an der Glocknerstraße, müssen Sie wissen, molto simpatico! – in den Dreck geschmissen hat, oder ob sie diese Erinnerung doch an sich genommen und meinen Bergkristall im Dreck hat liegenlassen – ich hege aber, was mich keineswegs erleichtert, den Verdacht, daß es doch umgekehrt gewesen sein wird –, es ist eine Grobheit sondergleichen [...]


Zitiervorschlag:
Glocknerstraße. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.183, 2019-02.