Tobias Reiser

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Kommentar

Tobias Reiser d. Ä. (1907–1974), Salzburger Volksmusiker und Brauchtumspfleger, „die herausragende Gestalt in der Geschichte der Volksmusik Österreichs im 20. Jahrhundert“ (Deutsch 1997, 6), der ausgebildete Fleischhauer und Selcher musizierte von früh an in verschiedenen Formationen, gilt als Erfinder der „Stubenmusik“, er entwickelte ein chromatisches „Salzburger Hackbrett“; 1939 NSDAP-Mitgliedschaft, 1938–41 Beauftragter für die Volksmusik der Salzburger „Landesbauernschaft Alpenland“, in dieser Tätigkeit versuchte er, das „deutsche Wesen“, die Idee der „Volksgemeinschaft“ mit der Pflege der Volksmusik zu verbinden (vgl. Deutsch 1997, 76f.), 1941–45 Kriegsdienst, Freistellungen für die Arbeit an „Kulturfilmen“ über die Musik am Land und für Gastspielreisen. 1946 gründete er das heute noch bestehende „Salzburger Adventsingen“ (damals noch nicht unter diesem Namen), 1946 übernahm er die Leitung des „Salzburger Heimatwerks“ (1942–45 bestand bereits eine gleichnamige Institution).

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 11

[...] Habe ich mich eigentlich vorgestellt? Welchen Namen habe ich denn benutzt – Tobias Reiser? Ha ha, das war gut, ich kann nicht umhin, mich selbst zu loben, ich, Tobias Reiser, nicht schlecht [...]

Am Schreibtisch, S. 131

[...] So hören Sie, mit wem Sie es tatsächlich zu tun haben: Mein Name ist Reiser, Tobias Reiser, aber nicht mit rundem s, wie ich einmal gelesen zu haben mich entsinne – mein Ärger ist heute noch nicht abgeklungen –, sondern mit scharfem s, wie mitreißend, zum Zerreißen gespannt, ein Schaf reißen, verstehen Sie? Anders und endgültig ausgedrückt: Sie REISEN in die Tiefe, ich aber reiße Sie in die Tiefe [...]


Zitiervorschlag:
Tobias Reiser. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.17, 2019-02.