»1938 ist das Speicherkraftwerk […] schon geplant worden«

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Kommentar

1928 stellte die AEG (Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft Berlin) ein Großprojekt vor, in dem die abfließenden Gletscherwässer der Hohen Tauern durch ein 1200 km langes Hangkanalsystem gefasst und in Großspeichern gefasst werden. (1938): wurde dieses Projekt zu sechs Speichern erweitert, wobei der größte im Dorfertal bei Kals in Osttirol vorgesehen war. Von den in einer weiteren Variante vorgesehenen sieben Großspeichern wurde von der verantwortlichen Gesellschaft, den Alpenelektrowerken (AEW), während der NS-Zeit nur die Anlage in Kaprun begonnen. (vgl. Arbter 1987) Ab den 1950er Jahren wurden verschiedene Varianten projektiert und bis zum Bewilligungsverfahren vorbereitet, zuletzt ein von weitverzweigten „Beileitungen“ versorgter Wasserspeicher im Dorfertal mit Kraftwerk in Matrei („Projekt 1986“, vgl. Baier 1989). Das Projekt ließ sich politisch nicht durchsetzen, 1989 erklärte Wirtschaftsminister Robert Graf (ÖVP) das „Aus“. Das Kraftwerksprojekt Dorfertal-Matrei war mit ein Grund, warum Tirol als letztes der drei beteiligten Bundesländer den Nationalpark Hohe Tauern verwirklichte.

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 11

[...] Arbeitsplätze brauchen wir! 1938 ist das Speicherkraftwerk, von dem ich spreche, schon geplant worden, und noch immer ist es nicht gebaut, und man muß sich herumstreiten; wenn davon die Planer erführen! Aber jetzt ist es soweit, Arbeitsplätze, sage ich, Arbeitsplätze! Der Bergführer lacht auf [...]


Zitiervorschlag:
„1938 ist das Speicherkraftwerk […] schon geplant worden“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.15, 2019-02.