Lampersberg

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Kommentar

Gerhard Lampersberg (1928–2002), österreichischer Komponist, Autor und Mäzen. Ab Mitte der 1950er Jahre bot der „Tonhof“ in Maria Saal (Kärnten), den die Familie seiner Frau Maja erstanden und renovieren lassen hatte, SchriftstellerInnen Wohn- und Arbeitsmöglichkeit, u.a. H.C. Artmann, Peter Turrini (s. Eintrag ›Turrini‹) und Thomas Bernhard (s. Eintrag ›Th. Bernhard‹). Lampersberg war Vorlage für die Figur des Komponisten Auersbergerin Bernhards Roman Holzfällen und löste, weil Lampersberg juristisch gegen das Erscheinen des Buches vorging und eine Beschlagnahme erwirkte, (1984): einen der prominentesten Literaturskandale Österreichs aus.


Gerhard Lampersberg, Tonhof in Maria Saal, 1968
Foto: Renate Spitzner, https://commons.wikimedia .org/wiki/File:Gerhard_Lamp ersberg_1968_beim_komponieren_(Privatfoto_Renate_Spitz ner).jpg, CC BY3.0 SA

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 30

[...] Und ist nicht das Leben, wie Lampersberg schreibt, eine einzige Todesursache, eine Auslöschung, ein Zerfall? Wenn nicht organisch, dann psychosomatisch, wenn nicht die Wirbelsäule, dann der Kopf, wenn nicht die Lunge, dann die Leber, wenn nicht am Krebs, dann an der Therapie, wenn nicht an der Ursache, dann an der Behandlung oder an einer plötzlichen Lungenentzündung, wenn nicht Skylla, dann Charybdis, es ist zum Scheißen, zum Scheißen ist das, um mit einer jüngeren Männerstimme zu sprechen, die manchmal aus dem Lichthof durch das Küchenfenster an mein Ohr dringt [...]


Zitiervorschlag:
Lampersberg. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.147, 2019-02.