»Trinklied aus Otello«

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Kommentar

Im sogenannten Trinklied in Giuseppe Verdis Oper Otello (1887 uraufgeführt) macht Jagoseinen Vorgesetzten, den Hauptmann Cassio, betrunken: „Chi all’esca ha morso [/] Del ditirambo [/] Spavaldo e strambo [/] Bevea con te.“ („Wer in den Köder [/] Des wilden und wundersamen [/] Dithyrambus gebissen hat, [/] Der trinkt mit dir.“ (Csampai/Holland 1981, 56f.)

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 25

[...] Und? Was gleicht tatsächlich auf Erden dem Jägervergnügen! Und aus dem Haus zu gehen und wieder dorthin zurückzukehren, erfolgreich oder auch erfolglos, aber zurückkehren, das ist ja etwas, das ist gar nicht so einfach, gar nicht so selbstverständlich; als Gestalter der Verhältnisse und nicht als deren Opfer das Haus zu verlassen und früher oder später wieder zu betreten, dazu gehört viel! Es gehört ja schon einiges dazu, sein Haus als tatsächliches Opfer der Verhältnisse, also in der Vorgeschichte der Menschheit, dem Anschein oder der Vorstellung nach aber als Beherrscher der Verhältnisse, als Mensch also, zu verlassen, seiner Wege zu gehen, das Trinklied aus Othello [...]


Zitiervorschlag:
„Trinklied aus Otello“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.schreibtisch.123, 2019-02.