»Besuch des Rechtsanwalts Croissant«

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Kommentar

Klaus Croissant (1931–2002), Berliner Rechtsanwalt, Verteidiger von Ulrike Meinhof und Andreas Baader. Seine Kanzlei wurde zu einer Verbindungsstelle zwischen den Inhaftierten der RAF und den Helfern draußen. 1979 wurde Croissant wegen Unterstützung einer kriminellen Vereinigung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er war später für die Westberliner Alternative Liste und anschließend für die PDS politisch aktiv. In den 1980er Jahren war Croissant inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit, wofür er 1993 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde. (vgl. Der Spiegel 2002)


Der Rechtsanwalt Klaus Croissant (re.) beim Begräbnis Ulrike Meinhofs, 1976
Foto: Norbert Nordmann / Eyedea, picturedesk.com

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 249

[...] – Nicht wahr, es ist eine Komödie, hörte ich mich sagen, eine handfeste Schmierenkomödie, aber der Schlagring, den Ihr Euch nach einem ungebetenen Besuch des Rechtsanwalts Croissant besorgt haben wolltet – erstaunlich, mein Gedächtnis, höchst erstaunlich! – er wird Euch, irgendwo vergraben und vergessen in einer Schachtel, jetzt nichts nützen! Wozu auch? Ich will nur von der Beachtung Eures Rates erzählen, von meiner Entziehungskur [...]


Zitiervorschlag:
„Besuch des Rechtsanwalts Croissant“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.993, 2019-02.