»den Blutreiniger, den großen Blutigen«

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Kommentar

Hermann Nitsch verwendet seit den 1960er Jahren bei seinen Kunstaktionen und für seine Schüttbilder Blut. Seine theatralen Aktionen sollen in der Kombination tabuisierter Themen wie Tod und Sexualität mit realen Tierkadavern und Blut kathartische Effekte auslösen. (vgl. Spera 2005, 238ff.)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 238

[...] Die Geschichte sei so gewesen: Eines Tages, im trockenen, staubigen Sommer anno 26, sei, in ihrem Weinberg bei Gols, plötzlich der Grüne neben ihr gestanden, habe sich als Pater Fleischmann vorgestellt und zu ihr gesprochen: Er verkünde ihr eine große Freude, ein Mysterium, sie würde einen Hohepriester und Religionsstifter empfangen, den Richard Wagner seiner Zeit, einen Heiligen, einen gewissen Nitsch, oder Nitsche, den Blutreiniger, den großen Blutigen; im Stall würde sie empfangen und im Stall gebären [...]


Zitiervorschlag:
„den Blutreiniger, den großen Blutigen“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.933, 2019-02.