Pirandello

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Kommentar

Luigi Pirandello (1867–1936), italienischer Schriftsteller und Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1934


Büste Luigi Pirandellos im Giardino Inglese, Palermo
Foto: Wikimedia-User Eixo, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pirandello.jpg

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 236

[...] diesen Satz schreiben, sah mich beschreiben, wie Anna Mayr im Egghäusel die Kreide hervorsuchte, um an der Haustüre diese Inschrift anzubringen, von der sie nicht wissen, allenfalls ahnen konnte, daß es die letzte dieser Art sein würde; leere Fensterhöhlen auch hier, von allen Fremden für immer verlassen die Zimmer im Abendlicht, seltsame Alm-Melancholie; die Böden der Schlafkammer, der früheren Schreibstube vielleicht, übersät mit Correspondenzen und Schriftstücken, Haushaltungsbüchern, Kalendern, Büchern von Pirandello, Zeitungsausschnitten; durchwühlt alles und als unbrauchbar liegengelassen, unsichtbare Schatten eines Jahrzehnte währenden Erbschaftsstreites über allem; ein Haus, weder wert, erhalten, wozu es zu spät wäre, noch angesteckt, heiß abgetragen zu werden [...]


Zitiervorschlag:
Pirandello. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.909, 2019-02.