»eine vergrabene Flaschenpost«

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Kommentar

Bezug zum Titel des Spiegel -Beitrags von Harald Wieser über Ovid und Christoph Ransmayrs Die letzte Welt : „Eine Flaschenpost aus der Antike“. Wieser meint mit „Flaschenpost“ einerseits Ovids Metamorphosen (eine „antike […] Flaschenpost an die Nachgeborenen“), andererseits Ransmayr, der in Zukunft vielleicht „in bleibenden Bildern die Gegenwart“ behellige, „mit einer literarischen Flaschenpost über die Moderne“ (Wieser 1988).

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 234

[...] Dies hingeschrieben, die Einsicht eines anderen – keinem bleibt seine Gestalt – im Kopf, sah ich mich wieder über den Hinterhof gehen, mich am Literaturmagazin vorbei in die Literaturgeschichte begeben, zu den Urnengräbern, Ausgrabungen, in meine Urnenfelder, um passende Inschriften, Grabbeigaben, vielleicht gar eine vergrabene Flaschenpost – was immer der moderne historische Romancier, der Defregger der Literatur, eben benötigt, um später vortragend Säulenhallen oder Stadien zu füllen – zu finden; wie sehr hoffte ich doch, daß mir der große Wurf gelingen möchte! Die Aussicht darauf ließ mich vergnügt, ja laut singend – „Heißer Sand, und ein verlorenes Land [...]


Zitiervorschlag:
„eine vergrabene Flaschenpost“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.891, 2019-02.