»Doktor Groß«

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Kommentar

Heinrich Gross (1915–2005), österreichischer Arzt, der als Stationsleiter der „Reichsausschuß-Abteilung“ an der „Euthanasie“-Klinik „Am Spiegelgrund“ in Wien während der NS-Zeit behinderte Kinder für Forschungszwecke missbrauchte und an ihrer Ermordung beteiligt war. 1948 wurde er verhaftet, er saß zwei Jahre in Untersuchungshaft, der Prozess 1950 brachte ein mildes Urteil. 1955 kehrte er auf den „Steinhof“, an den Ort der von ihm begangenen Verbrechen, zurück, er war vollständig rehabilitiert. Ein zweiter Prozess im Jahre 2000, diesmal mit Mordanklage, wurde wegen eines Gutachtens eingestellt.


Heinrich Gross beim Beginn des Mordprozesses wegen Kindestötung im Jahr 1941, 2000
Foto: Votava, Imagno / picturedesk.com

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 143

[...] * Die Prager Königin der Nacht, in der Versenkung verschwunden – Donner und Blitz, ewige Finsternis – und kurz darauf von Männern in Straßenanzügen in ihrer Garderobe festgenommen und verhört, wurde anschließend in einer Limousine ins Hauptquartier im Hotel Eden gebracht, dort in eine Zelle geschlossen und, im Lauf der nächsten Tage, von einem Doktor Groß auf eine Geisteskrankheit, ein Nervenleiden hin untersucht [...]


Zitiervorschlag:
„Doktor Groß“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.73, 2019-02.