»er habe dem Kinde einen aus Sperrholz kunstvoll gearbeiteten kleinen Hochaltar geschenkt sowie Nachbildungen von Meßgewändern und Kardinalsroben«

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Kommentar

Im Interview mit Hermi Löbl spricht André Heller (s. Eintrag ›André Heller‹) von der „Kardinalsbesessenheit“ seines Vaters, er habe in seinem Sohn einen zukünftigen Kardinal gesehen. Sein Vater habe einen Tischler „beauftragt, mir einen Altar zu zimmern, […] und hat mir von der Hausschneiderin ein paar Bischofs- und Kardinalsutensilien verfertigen lassen“. (Löbl 1990, 79)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 214

[...] Longvale aus England, Sir Gregory Longvale, er habe dem Kinde einen aus Sperrholz kunstvoll gearbeiteten kleinen Hochaltar geschenkt, sowie Nachbildungen von Meßgewändern und Kardinalsroben, ein solches Kind, habe der Engländer ausgerufen, würde es zum Papst bringen; ein dunkelhäutiger Fürst aus Afrika oder Kleinasien habe dem Sohn einen Pfauenthron zum Geschenk gemacht (um übrigens an jenen hohen Besuch zu erinnern, seien in der Fabrik des Vaters die Schokoladespezialitäten Negerbrot und Mohrenköpfe kreiert worden); ein dritter, ein Australier, dessen Name ihr entfallen sei, habe entdeckt, daß der Sohn ein Gezeichneter sei: Auf dem oberen Lid des rechten Auges hätten ihm einige Wimpern gefehlt, die ihm auch als erwachsenem Erlöser nicht mehr nachgewachsen seien [...]


Zitiervorschlag:
„er habe dem Kinde einen aus Sperrholz kunstvoll gearbeiteten kleinen Hochaltar geschenkt sowie Nachbildungen von Meßgewändern und Kardinalsroben“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.705, 2019-02.