»man muss den Sohn nicht lehren, den Vater zu durchschauen!«

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Kommentar

Variiertes Zitat aus Das Urteil (1913) von Franz Kafka: „Aber den Vater muß glücklicherweise niemand lehren, den Sohn zu durchschauen.“ (Kafka 1994, 56)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 210

[...] Jede Farbe mußte aus meinem Gesicht gewichen sein, so sehr erschrak ich; was für ein Vormittag! Obwohl er es zu verbergen suchte, hatten die Blicke des Vaters sogleich, wie einst, die nicht geleerten Aschenbecher, die Flaschen mit geistigen Getränken, schließlich die am späten Vormittag noch zugezogenen Vorhänge erfaßt, und auf seinem Gesicht zeigte sich ein Anflug von Widerwillen, ja Abscheu; mein Sohn ist der geblieben, der zu sein ihm nicht auszutreiben war, schien er zu denken (man muß den Sohn nicht lehren, den Vater zu durchschauen!), laut aber sagte er: Daß er nicht gekommen sei, um mich zu stören, nein, daß er gekommen sei, um mich nicht zu stören, daß er sich nur kurz des Schädlingsbekämpfungswesens werde annehmen müssen, der roten Waldameisen, die über alles herfielen, der Spitzmäuse und Maulwürfe, die alles unterminierten [...]


Zitiervorschlag:
„man muss den Sohn nicht lehren, den Vater zu durchschauen!“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.675, 2019-02.