»In einem Schranke hier habe ich alte Aufzeichnungen, Gerichtsakten, Correspondenzen und Hefte mit Handschriftlichem gefunden«

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Kommentar

Rilkebeschreibt die Entstehung des Gedichtzyklus Aus dem Nachlaß des Grafen C.W. als ein Hineinschreiben in einen produktiven Zustand mit Hilfe von Rollenfiktion: „ich wünschte mir so etwas wie die Spur eines bergischen Vorwohners, z.B. ein Heft im Bücherschrank (,zu eigener Produktion noch nicht eigentlich fähig und aufgelegt, mußte ich mir, scheints, eine Figur gewissermaßen ,vorwändig‘ machen, die das, was sich etwa doch schon, auf dieser höchst unzulänglichen Stufe der Concentration, formen ließ, auf sich nahm: das war Graf C.W. ….‘“ (Brief vom 30.11.1920 an Frau Wunderly, zit. nach Schnack 1996, 712)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 195

[...] In einem Schranke hier habe ich alte Aufzeichnungen, Gerichtsakten, Correspondenzen und Hefte mit Handschriftlichem gefunden (das Schloß scheint zeitweise als Pension geführt worden zu sein, es gehörte zuletzt einem Obersten Ziegler), und der Zauber dieser nachgelassenen, vergilbten Papiere schlägt mich derart in seinen Bann, daß ich erwäge, einen Briefroman zu versuchen, Aus dem Nachlaß des Grafen soundso oder Aufzeichnungen des N [...]


Zitiervorschlag:
„In einem Schranke hier habe ich alte Aufzeichnungen, Gerichtsakten, Correspondenzen und Hefte mit Handschriftlichem gefunden“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.597, 2019-02.