»wo Pfarrer Oberlin seinen Bericht abfaßte«

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Kommentar

Der evangelische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin (1740–1826) ging in die Literaturgeschichte ein, weil Büchner in Straßburg auf einen Bericht stieß, den Oberlin über den Aufenthalt des Dichters Lenz bei ihm in Waldersbach für seine Vorgesetzten verfasst hatte. Auf Basis dieser Aufzeichnungen entstand Büchners Erzählung Lenz (s. Eintrag ›Lenz im Gebirg‹). Oberlin wirkte als Pädagoge und Sozialreformer und gilt als der „Erfinder“ des Kindergartens. (vgl. Riebsamen 2013)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 188

[...] Jetzt konnte ich den Kellner sogar hören, wie im Tonfilm: Sie können hier nicht herein, verlassen Sie augenblicklich das Lokal, Sie wissen sich nicht zu benehmen und nicht zu beherrschen! Was glauben Sie eigentlich, wo wir hier sind? – Wo Kleist die Pistole aus dem Sekretär nahm, wo Pfarrer Oberlin seinen Bericht abfaßte, hörte ich uns durcheinanderrufen, – im Lusthaus, im Lusthaus!, wo Göthens Frauen unser harren, des alten Trottels endlich ledig!, ja ich meinte sogar den Ausdruck Nazisuppenwirtschaft zu vernehmen [...]


Zitiervorschlag:
„wo Pfarrer Oberlin seinen Bericht abfaßte“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.513, 2019-02.