»Dieses Haus war doch auch früher ein Bordell«

TEI version< zurück

Kommentar

Die 1889/1890 erbaute Villa, die das Literaturhaus Berlin beherbergt, diente ab 1920 als Gästehaus für ausländische Studierende der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, anschließend als Diskothek und Bordell, bis Mitte der 1980er Jahre eine Bürgerinitiative den Abriss für einen geplanten Autobahnzubringer verhindern konnte (vgl. Literaturhaus Berlin 2014).


Literaturhaus Berlin, 2013
Foto: Peter Kuley, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Charlottenburg_Fasanenstra%C3%9Fe_Literaturhaus-004.jpg, CC BY SA 3.0

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 181

[...] (Hätte ich mich denn bemerkbar machen sollen am Fenster, rufen gar, hier bin ich, ich bin es, der Dichter im Literaturhaus, ich bin zu haben, interessiert sich denn keine für Literatur? Dieses Haus war doch auch früher ein Bordell, warum plötzlich so genant? Vernunftlose Träumerei! Die Frauen auf der Straße hatten sich ohne aufzusehen weiterbewegt, in ihrer mich ausschließenden Fasanenstraßenund Samstagnachmittagswirklichkeit, und die Wirklichkeit ist immer schon eine üble Sache gewesen [...]


Zitiervorschlag:
„Dieses Haus war doch auch früher ein Bordell“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.457, 2019-02.