»in bösartiger kulturbolschewistischer Absicht«

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Kommentar

Kulturbolschewismus war ein verächtlicher Begriff für die sogenannte Verfallskunst der „Systemzeit“ (s. Eintrag ›Systemzeit‹). Bezeichnete er zunächst die sowjetischen Bemühungen, eine proletarisch-revolutionäre Kunst und Kultur zu schaffen, wertete die NS-Propaganda damit künstlerische und wissenschaftliche Aktivitäten ab, die als zu progressiv und linksgerichtet galten. (vgl. Schmitz-Berning 2000, 360f.)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 139

[...] Finke verballhornt und nur von Fidelio Schmutz-Finke gesprochen, sein Chorwerk O Herzland Böhmen, einen Hymnus auf Böhmens Befreiung, dadurch in den Schmutz gezogen, daß sie, in bösartiger kulturbolschewistischer Absicht, dem Titel O Herzland Böhmen den unsinnigen Zusatz: Land am Meer beigegeben habe; ferner habe sie sich durch die Äußerung, der Tag werde kommen, an dem die auf der Prager Burg gehißte Reichsfahne nur noch ein Fetzen im Sturm sein würde, vollends ihrer Rechte und der Zugehörigkeit zur Volksgemeinschaft begeben [...]


Zitiervorschlag:
„in bösartiger kulturbolschewistischer Absicht“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.37, 2019-02.