Fidelio F. Finke

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Kommentar

Fidelio Friedrich Finke (1891–1968), böhmisch-deutscher Komponist, 1927–1945 Rektor der Deutschen Akademie für Musik und darstellende Künste in Prag. Nach Amtsenthebung und Enteignung infolge der Beneš-Dekrete wurde Finke vonAngehörigen der sowjetischen Besatzungsmacht nach Dresden gebracht. Dort gründete er die Staatliche Akademie für Musik und Theater und war bis 1951 ihr Rektor. Während der deutschen Okkupation der Tschechoslowakei komponierte er Werke nationalsozialistischer Gesinnungsmusik. (Handbuch deutsche Musiker)


Fidelio Friedrich Finke, vor 1930
Foto: anonym, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fidelio_Friedrich_Finke_(1891-1968).jpg

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 138

[...] Ein erstes Verhör fand noch in der Garderobe statt; die von den Herren erhobene Anschuldigung lautete auf staatsfeindliche Betätigung: Sie habe sich, als Sopranistin in einer deutschen Kantate des Fidelio F. Finke [...]

Hotel Mordschein, S. 139

[...] und gehässiger Weise ausgesprochen; so habe sie den Komponistennamen Fidelio F. Finke verballhornt und nur von Fidelio Schmutz-Finke gesprochen, sein Chorwerk O Herzland Böhmen, einen Hymnus auf Böhmens Befreiung, dadurch in den Schmutz gezogen, daß sie, in bösartiger kulturbolschewistischer Absicht, dem Titel O Herzland Böhmen den unsinnigen Zusatz: Land am Meer beigegeben habe; ferner habe sie sich durch die Äußerung, der Tag werde kommen, an dem die auf der Prager Burg gehißte Reichsfahne nur noch ein Fetzen im Sturm sein würde, vollends ihrer Rechte und der Zugehörigkeit zur Volksgemeinschaft begeben [...]


Zitiervorschlag:
Fidelio F. Finke. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.33, 2019-02.