»in eine Tracht, weiße Kniestrümpfe, Lederhose, grüne Joppe, gewandet, oft gar eine lange Peitsche in der Hand«

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Kommentar

In der Zeit des Austrofaschismus, während des Verbots der NSDAP, zeigten „Lederhosen und weiße Stutzen (Strümpfe) [...] die Zugehörigkeit der Träger zur NSDAP oder zumindest zum Kreis der Sympathisanten an und ,verrieten‘ den Illegalen.“ Nach dem „Anschluss“ bedeutete das Tragen von Lederhosen und weißen Stutzen „eine Demonstration der Loyalität zum NS-Regime“. (Kerschbaumer 1988, 76f.)

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 165

[...] Ein Kretin, der, jede Nacht von Freitag auf Samstag, in eine Tracht, weiße Kniestrümpfe, Lederhose, grüne Joppe, gewandet, oft gar eine lange Peitsche in der Hand, von einer Tanzerei, einem Volkstanzen der Sudetendeutschen Landsmannschaft betrunken zurückkehrt und lärmend so lange: bis die zahnlose, schielende, innen wie außen durch und durch mißgestaltete Mutter das Fenster aufreißt und Hurr! brüllt, Einlaß begehrt [...]


Zitiervorschlag:
„in eine Tracht, weiße Kniestrümpfe, Lederhose, grüne Joppe, gewandet, oft gar eine lange Peitsche in der Hand“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.317, 2019-02.