»Schluchten des Balkans«

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Kommentar

s. Eintrag ›Land der Skipetaren‹

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 160

[...] Ich antwortete: Daß allein durch die Tatsache, daß die Aladschys, der Schut und ein gewisser Mübarek zu meiner Zeit nicht im Land der Skipetaren, sondern in den Schluchten des Balkans operiert hätten, die Haltlosigkeit dieser Anschuldigung erwiesen wäre, daß ich nicht in Menlik, sondern im Dorf Dschnibaschlü, und nicht im Haus eines Kohlenhändlers, sondern in dem eines Bäckers und Färbers, namens Boschak, einquartiert gewesen und sehr gastlich aufgenommen worden wäre, wenn ich gar ein Bild hervorzöge zum Beweis, und sagte: Hier, auf dem Teppich sitzend, der Färbermeister, ihm gegenüber, stehend, sein Gehilfe, zwischen beiden, sitzend, in der Landestracht gekleidet, ich, hier, mit dem roten Turban, das bin ich, ist das nicht ein schöner roter Turban? Wenn ich weiter ausführte, daß ich, als Absolvent der Konsularakademie ein famoser Reiter, tatsächlich eines Nachts über eine Landstraße gejagt, beinahe in einen Hinterhalt der Versprengten geraten und wirklich an einer Schmiede in der Einschicht vorübergekommen wäre, wenn ich vorläse: Das Werkstattfeuer leuchtet auf die nächtliche Straße und erklärte: Daß ich den Schmied und seine Frau nicht in eine mißliche Lage gebracht, sondern aus einer solchen befreit, ihnen Fesseln und Knebel abgenommen hätte, wofür ich später gar für den Zwonimir-Orden und für eine Erwähnung in der Mappe der Menschlichkeit vorgeschlagen worden wäre, wenn ich noch einmal zitierte: Auf der Lauer beim Dorfschmied: Das Werkstattfeuer leuchtet auf die nächtliche Straße [...]

Hotel Mordschein, S. 163

[...] Das wird uns lehren, die Schluchten des Balkans nicht fortwährend für das Land der Skipetaren auszugeben [...]


Zitiervorschlag:
„Schluchten des Balkans“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.291, 2019-02.