Schut

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Kommentar

Name eines Bandenführers, der das erste Mal in Karl Mays In den Schluchten des Balkan auftaucht: „Seinen eigentlichen Namen wusste niemand. El Aßfar, Ssary, Schut, so wurde er genannt, je nach der Sprache, der man sich bediente. Diese drei Wörter bedeuten ,der Gelbe‘.“ (May 1949, 20f.).

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 9

[...] Wenn er abstürzt oder mir übelwill, wäre ich verloren; doch ich habe ihn zu meinem Schutz gemietet, ich bezahle ihn gut, an meiner Sicherheit ist mir gelegen und ich will hoch hinaus; ich habe ihn bezahlt, also hat er meinen Anordnungen zu folgen, und ich folge ihm [...]

Am Schreibtisch, S. 19

[...] Der Bergführer als Kunstfigur, ein Bergführer, der einen ihm zum Schutze Anbefohlenen ins Verderben führt, ihn wie einen Hund hinter sich her zerrt, der sich verstellt und sein Opfer noch auslacht, das ist mir die rechte Fremdenverkehrswerbung! Alles nicht wahr [...]

Hotel Mordschein, S. 140

[...] Da die Antworten: Alleine in ihrem Hotelzimmer, und: Daß das die Herren wohl kaum etwas anginge, die Schergen nicht zufriedenstellten, sie vielmehr zu einer immer bedrohlicheren Haltung veranlaßten, erklärte die Sängerin, sie habe die Nacht in ihrem Hotelzimmer mit einer hochgestellten Persönlichkeit des Reiches zugebracht, die sich an jenem Abend, zum Zeichen der Verehrung, mit Blumen in der Garderobe eingefunden habe, und in deren Schutz sie sich befehlen werde, wenn die Herren nicht augenblicklich das Zimmer verließen [...]

Hotel Mordschein, S. 159

[...] Wenn ich nun fragte: Wenn ich über Informationen verfügte, daß, im Zuge der Bandenbekämpfung, insbesondere der Jagd nach drei gefährlichen Aufrührern, nämlich den beiden Aladschy und dem Futh – Schut! Bitte? Der Schut, nicht der Futh! Unterbrechen Sie mich gefälligst nicht, wenn ich meine Anklage aufbaue! Futh, Schut, egal [...]

Hotel Mordschein, S. 160

[...] Ich antwortete: Daß allein durch die Tatsache, daß die Aladschys, der Schut und ein gewisser Mübarek zu meiner Zeit nicht im Land der Skipetaren, sondern in den Schluchten des Balkans operiert hätten, die Haltlosigkeit dieser Anschuldigung erwiesen wäre, daß ich nicht in Menlik, sondern im Dorf Dschnibaschlü, und nicht im Haus eines Kohlenhändlers, sondern in dem eines Bäckers und Färbers, namens Boschak, einquartiert gewesen und sehr gastlich aufgenommen worden wäre, wenn ich gar ein Bild hervorzöge zum Beweis, und sagte: Hier, auf dem Teppich sitzend, der Färbermeister, ihm gegenüber, stehend, sein Gehilfe, zwischen beiden, sitzend, in der Landestracht gekleidet, ich, hier, mit dem roten Turban, das bin ich, ist das nicht ein schöner roter Turban? Wenn ich weiter ausführte, daß ich, als Absolvent der Konsularakademie ein famoser Reiter, tatsächlich eines Nachts über eine Landstraße gejagt, beinahe in einen Hinterhalt der Versprengten geraten und wirklich an einer Schmiede in der Einschicht vorübergekommen wäre, wenn ich vorläse: Das Werkstattfeuer leuchtet auf die nächtliche Straße und erklärte: Daß ich den Schmied und seine Frau nicht in eine mißliche Lage gebracht, sondern aus einer solchen befreit, ihnen Fesseln und Knebel abgenommen hätte, wofür ich später gar für den Zwonimir-Orden und für eine Erwähnung in der Mappe der Menschlichkeit vorgeschlagen worden wäre, wenn ich noch einmal zitierte: Auf der Lauer beim Dorfschmied: Das Werkstattfeuer leuchtet auf die nächtliche Straße [...]

Hotel Mordschein, S. 161

[...] Ich lese auch vor: Der Schut ist mit seinem Pferd in die Verräterspalte gestürzt [...]

Hotel Mordschein, S. 175

[...] , schräg vor dem Musil-Geburtshaus, ein Schutzmann mit einem weißen Tropenhelm steht und den Verkehr regelt [...]

Hotel Mordschein, S. 226

[...] Ah, ich scheine gut gearbeitet, den Hof sprachlich sicher in Schutt und Asche gelegt zu haben [...]

Hotel Mordschein, S. 233

[...] Borgland, Außen, Tag; Morgen; rauchende Trümmer im Schnee, Schutt, Asche, Brandruine, Winterlandschaft, stehengeblieben nur die Kamine [...]

Hotel Mordschein, S. 234

[...] Hotelbrandstatt, Kulissenbrandstatt, Filmruine, Wirklichkeitsruine; Schutt; Stille, vereinzelt Vogelstimmen; Unrat, ausgesonderter Hausrat, irgendwann später in die offen zutage liegenden Keller gekippt [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 255

[...] Der Professor setzte den Abstieg fort, um von einer Schutzhütte aus die Bergrettung zu alarmieren [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 277

[...] Inzwischen mußten wir wieder aufgebrochen sein, denn ich sehe uns bergan steigen, über Schuttbänder und Geröllrinnen, über eine vegetationslose Moräne, am Rande eines in den letzten Zügen liegenden, in der Mitte aber aufgewölbten und immer noch von Spalten durchzogenen Gletschers [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 279

[...] Männer stoßen mich ab, höre ich die Stimme, während sie sich über Schutt und Blockwerk entfernt, rufen, Männer stoßen mich ab, höre ich sie hinter einer Felsbiegung hervor, aber ich bin sexuell auf sie angewiesen [...]


Zitiervorschlag:
Schut. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.mordschein.223, 2019-02.