»wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs«

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Kommentar

Zitat aus Friedrich Hölderlins Hyperion : „Und wenn ich oft des Morgens, wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs stieg, durch die schlafenden Blumen, aber vom süßen Schlummer gesättiget, neben mir die lieben Vögel aus dem Busche flogen, im Zwielicht taumelnd und begierig nach dem Tag, und die regere Luft nun schon die Gebete der Thäler, die Stimmen der Heerde und die Töne der Morgengloken herauftrug, und jezt das hohe Licht, das göttlichheitre den gewohnten Pfad daherkam […], so stand ich Einsamer dann auch über den Ebnen und weinte Liebesthränen zu den Ufern hinab und den glänzenden Gewässern und konnte lange das Auge nicht wenden.“ (Hölderlin 1992, 758)

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 356

[...] Wo also den Tag erwarten, und wie? Wohl war in der Ferne ein schwaches Licht aufgetaucht, es mochte eine Köhlerhütte oder eine Mühle erleuchten, aber – Nein, nicht Mitternacht, Morgen, oder Vormittag, es war früher Morgen, als wir, wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs kamen, früh am Morgen war es [...]


Zitiervorschlag:
„wie die Kranken zum Heilquell, auf den Gipfel des Gebirgs“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.885, 2019-02.