Bergspiegel

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 269

[...] Ich bräuchte übrigens zu Hause nur in meine magische Laterne, in meinen Bergspiegel zu sehen, und ich wüßte ohnehin alles [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 283

[...] Vielleicht wird der Medizinmann aber auch zum Großglockner, dessen Ausstrahlung bis nach Nordafrika reicht, hinaufsehen wie in einen Bergspiegel, und sprechen: Soeben erreicht der oberösterreichische Landeshauptmann von Kärnten, Haider, als erster nichtkärntner Kärntner Landeshauptmann den Gipfel des höchsten Kärntner Berges, und der Kandidat röchelt: Die Bajuwarisierung [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 345

[...] Aber wenn Sie wirklich wissen möchten, was Ihre Frau in diesem Augenblick macht, und wo, falls sie überhaupt noch etwas macht, ich brauche nur in meinen Bergspiegel zu sehen, in meine Laterne [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 346

[...] Was sagen Sie, das ist unmöglich Ihre Frau? Keine Rothaarige, und im Schweinischen keineswegs auf Männer angewiesen, auf Frauen auch nicht? Gut, sehen wir weiter, in meinem Bergspiegel entgeht mir nichts, was in der Ferne sich abspielt [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 347

[...] Nun, fassen Sie sich, es kann gar nicht Ihre Frau sein, mein Bergspiegel erfaßt nicht den Kalk, genauer, der Kalk strahlt nicht, strahlt nichts aus; damit mein Bergspiegel Bilder liefert, muß Granit vorhanden sein, Gneis, Gold und Silber, Quarz, Kalium 40, Radon [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 353

[...] Da wir gerade in der Gegend sind, kennen Sie die Geschichte vom Zwerg, der auf einer Bergwiese erscheint und die Mäher ersucht, sie möchten das Dengeln ihrer Sensen einstellen, weil er zu Hause eine schwerkranke Frau habe? Oder den Witz von den törichten Töchtern, die es nicht lassen konnten, den Blitz auszulachen, nein? Dann – Was sagen Sie, was haben Sie da eben gesagt, wiederholen Sie das, Sie dreckiges Schwein! Ob mein Bergspiegel vielleicht die Form und die Fähigkeiten eines Rasierspiegels besäße, oder gar nur eines Scherbens davon? Sie! Wie, in Villach habe es einmal einen betrügerischen Schneider gegeben, der vor der Kundschaft immer hinter einem Vorhang verschwunden sei, um dort mit einer Fahrradklingel Telefonbedienungsgeräusche zu erzeugen? Ich verstehe, junger Freund, oh, ich verstehe [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 365

[...] Nach einer anderen Deutung könnte der Gegenstand in der Hand der Kinder ein Bergspiegel [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 375

[...] Endspiel vertreibe ich mir nur die Zeit, das Warten, freilich soll es ihn auch in Sicherheit wiegen, daß ich, vor meinem Bergspiegel, einem Endspiel beiwohne, das es gar nicht zu sehen gibt, nicht wirklich, wissen Sie? Er hat Ihnen doch so etwas erzählt, meine ich gehört zu haben [...]


Zitiervorschlag:
Bergspiegel. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.819, 2019-02.