»das Ding ohne Erscheinung«

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Kommentar

Bezug zu Immanuel Kants Vernunft der reinen Kritik : Kant spricht vom „Ding an sich“, der absoluten Realität, die dem Menschen aber nicht zugänglich sei – „[w]ir erkennen das Wirkliche nur in den Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (Kategorien)“. (Eisler 1930) Wir können über die Dinge nur etwas in Form ihrer „Erscheinungen“ sagen: „was die Dinge an sich sein mögen, weiß ich nicht und brauche es auch nicht zu wissen, weil mir doch niemals ein Ding anders als in der Erscheinung vorkommen kann.“ (Kant 1911, 178) Das Kofler’sche „Ding ohne Erscheinung“ gibt es also in der für uns möglichen Erfahrungswelt nicht, es ist gleichzusetzen mit Kants „Ding an sich“.

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 344

[...] Sie wollten ihr wahrscheinlich die Trugdt a mor zeigen, das Ding ohne Erscheinung, dessen Anblick keiner erträgt, den Vernichtungswunsch, interessant, interessant [...]


Zitiervorschlag:
„das Ding ohne Erscheinung“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.813, 2019-02.