»worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen«

TEI version< zurück

Kommentar

Abschnitt 7 von Ludwig Wittgensteins Tractatus logico-philosophicus (1922): „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.“ (Wittgenstein 1963, 115)

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 314

[...] Ach was, wovon man keine Ahnung hat, darüber soll man –, nein, zum Teufel, wie lautet denn dieser Satz, den seit Jahrzehnten alle im Munde führen, warten Sie, worüber man nicht schweigen –, nein, worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen, so geht der Satz, Philosophie, verstehen Sie! – Dann schweigen Sie endlich, Mann, höre ich mich rufen, halten Sie endlich den Mund, umso mehr, als es in Wahrheit ja gar nichts zu hören gibt, außer dieser verkommenen, verzeihen Sie, dieser vollkommenen Stille; wie sollen wir je ans Ziel gelangen, und, schwieriger noch, von dort wieder zurückkehren? Aber schon hat er jenen Satz auf den Kopf gestellt, auf dieser nicht ungefährlichen Gratwanderung, vom Kopf wieder auf die Beine gestellt, wie er behauptet, denn tatsächlich laute der Satz: Worüber man nicht schweigen kann, darüber soll man sprechen; und deshalb spreche ich, er [...]


Zitiervorschlag:
„worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.615, 2019-02.