»Monolog von der melancholischen Freiheit«

TEI version< zurück

Kommentar

Den Bergriff „melancholische Freiheit“ entnahm Kofler möglicherweise dem Bericht zur Entstehung einer Weltkomödie (1985) des Berliner Grafikers und Schriftstellers Christoph Meckel (* 1935). Darin schildert ein Ich-Erzähler seinen Werdegang als bildender Künstler und erzählt von einer Phase, in der sich für ihn durch seine Unsichtbarkeit als Künstler in der Kunstwelt eine „melancholische Freiheit“ auftat. (Meckel 1985, 46) Meckel trennt sein Graphiker-Ich vom „literarische[n] Freund und Gegenspieler“ des Ich-Erzählers. (Meckel 1985, 7)

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 260

[...] Ich werde nun meinen großen Monolog beginnen, höre ich ihn sagen, vor mir, meinen Iselsbergmonolog, meinen Monolog von der melancholischen Freiheit, vom Zustand resignierter Freiheit, nein, besser resignativer Freiheit, so muß es heißen, seit die Kinder, die Zwillinge aus dem Haus sind, lebe ich in einem Zustand resignativer Freiheit, nicht resignierter, sonst hätte ja – oh, passen Sie auf, hier ist der Steig abgebrochen – sonst hätte ja die Freiheit resigniert, die Freiheit [...]


Zitiervorschlag:
„Monolog von der melancholischen Freiheit“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.55, 2019-02.