Mendelssohn

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Kommentar

s. Eintrag ›Mendelssohn-Bartholdy‹

Textausschnitte

Hotel Mordschein, S. 214

[...] winkler Omi, hätte sie selbst schon Eiskunstlaufweltmeisterin oder Gesellschaftstanzeuropameisterin werden sollen, aber wie denn, so frage sie, wo sie sich doch auf Herabund Niederkunft habe vorbereiten müssen? Und doch sei wahrscheinlich so – darüber stritten die Exegeten noch – ihre nichtausgeschöpfte musikalische Begabung dem Genie des Sohnes zugewachsen; nur er sei berufen und auserwählt worden, den Mendelssohn-Bartholdy in Frühlingsrauschen zu geben, nein, zu erschaffen, neu zu erschaffen! Er habe ja bereits im Alter von drei Jahren die Bergpredigt gesungen, man müsse sich vorstellen: gesungen! (Die Massen zu seinen Füßen habe er mit Kieselsteinen aus dem Park dargestellt), oder, im selben Alter, auch schon nach eigenen Texten komponiert, das Robert-Stolz-Lied – der große Robert Stolz sei ein Freund der Familie gewesen – etwa, sie könne es heute noch hersagen: Musik für Groß, Musik für Klein/Frau Musica schließt alle ein [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 258

[...] ! Weiter haben Sie erzählt, daß der Dozent in die vollkommene Stille gerufen habe: Hören Sie, wie aufregend, unten, die Sprechchöre – Haydn Schumann Mendelssohn, wunderbar, einzigartig skandiert, die Masse, die Masse, es gibt sie noch, da, jetzt wieder, Haydn Schumann Mendelssohn, Sie hören es doch? Und daß tatsächlich aber nichts, und wäre es das geringste unter den Geräuschen, zu vernehmen gewesen sei, daß aber Ihr Begleiter, in einer jähen Begierde, immer mehr des Unhörbaren, und noch deutlicher, wahrzunehmen, sich, des Gleichgewichtes nicht mehr achtend, letztlich zu weit in den Abgrund hinausgelehnt habe [...]


Zitiervorschlag:
Mendelssohn. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.45, 2019-02.