Julfeier- und Thingstättenkultur

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Kommentar

Julfeier: von den „Turnerbünden“ noch heute begangene feierliche Veranstaltung zur Wintersonnenwende. Seinen Ursprung hat das Fest im vorchristlichen Skandinavien, die Rituale wurde christlich überprägt („Weihnachten“ heißt „Jul“ auf Schwedisch). Während des Nationalsozialismus wurde versucht, das Weihnachtsfest durch Julfeste zu ersetzen. Thingstätte: Im frühen Nationalsozialismus ab 1933 wurden deutschlandweit „Thingstätten“ errichtet – Freilichttheater an landschaftliche exponierten Stellen für „Thingspiele“. Man leitete diese „Kultur“ vom Thing, der germanischen Volks- und Gerichtsversammlung, her. Nachdem sich andere Medien als wirkungsvoller herausstellten, wandten sich die Machthaber Mitte der 1930er Jahre von der „Thingstättenkultur“ ab.


Die 1935 fertiggestellte Thingstätte Heiligenberg bei Heidelberg, 2009
Foto: Besenbinder, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thingst%C3%A4tte_bei_Heidelberg_-_panoramio.jpg, CC-BY 3.0


Zitiervorschlag:
Julfeier- und Thingstättenkultur. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.445, 2019-02.