»auf der Suche nach dem Wachtelkönig, auf den Spuren des Keltischen in den Lavant-Gedichten«

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Kommentar

Möglicherweise parodiert Kofler hier die Lavant-Exegese Josef Strutz’, der in seiner Arbeit Poetik und Existenzproblematik (1979) u.a. Spuren des Indogermanischen, der tantrischen Philosophie, des Mythischen im Lavant’schen Werk untersucht.

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 295

[...] Als Paula Grogger in Erscheinung trat, oder der Irrenarzt und Erbgesundheitspfleger Scrinzi, verständigten wir uns sogleich auf: Ettendorf; als der Lavantgedichteaufsager, der Lavantgedichteauswendigkönner seine Aufwartung machte, der Klagenfurter Mittelschul-, mehr noch: Handelsakademieprofessor Strutz, der junge Strutz, müssen Sie wissen, sagten wir, so sehr mich sein weinroter ärmelloser Pullover beeindruckte: Preitenegg, um uns später auf Eitweg zu korrigieren, höre ich, gehend, die neben mir, Schritt für Schritt bergan, auf der Suche nach dem Wachtelkönig, auf den Spuren des Keltischen in den Lavant-Gedichten, – als dieser Lavantgedichteaufsager und -auswendigkönner in die Dämmerung der Schamanenstube trat, eine Fliege über dem besagten weinroten Stück, sich tief, wie vor Publikum verbeugte und zu deklamieren beginnen wollte – nennen Sie mir ein Gedicht, ich sage es Ihnen auf –, wandte sich die Lavant ab und murmelte in eine Stubenecke: [...]


Zitiervorschlag:
„auf der Suche nach dem Wachtelkönig, auf den Spuren des Keltischen in den Lavant-Gedichten“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.405, 2019-02.