Ingeborg

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Kommentar

Anspielung auf die Schriftstellerin Ingeborg Teuffenbach (1914–1992). Sie stammte ebenfalls aus dem Lavanttal, war seit 1935 NSDAP-Mitglied, im „Dritten Reich“ eine „bekannte Autorin und geschätzte Persönlichkeit“, ab den 1960er Jahren „vollzog [sie] eine Wende hin zur literarischen Moderne“. (Moser 2003, 129f.) Sie wurde zu einer Förderin und Kennerin der zeitgenössischen Literatur. Sie war maßgeblich an den „Österreichischen Jugendkulturwochen“ (bis 1969), an denen auch Kofler teilnahm, und den „Innsbrucker Wochenendgesprächen“ (ab 1977) beteiligt.


Ingeborg Teuffenbach
Foto: Brenner-Archiv Innsbruck

Textausschnitte

Am Schreibtisch, S. 95

[...] Nichts entsetzlicher, als in der Fremde allein in irgendeinem Lokal zu sitzen und zu essen – essen, daß ich nicht lache! Ach, Eva Ingeborg, Kristin, Lisi, warum habt ihr mich verlassen an diesem Abend?! Ich ging zum Fenster und sah hinaus: Ich sah auf einen kleinen Park und eine Gaststätte, ein Pizza-Land, wie eine grelle Leuchtschrift verhieß [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 295

[...] Was jetzt? – Sie müssen wissen, Christine, ich darf Sie doch Christine nennen, Sie müssen wissen, wir waren Zeit unseres Lebens auf geheimnisvolle Weise miteinander verbunden, Christine und ich, Christine und Ingeborg, höre ich die neben mir, die neben mir geht, plötzlich, eine unangenehme Person, – verbunden auf eine Weise, die störende Dritte stets ausschloß; selbst eine Geheimsprache hatten wir entwickelt, wir sagten: Ettendorf, wenn es uns gutging, und: Preitenegg, wenn es uns schlechtging, oder: Eitweg, wenn wir, in der Einschätzung unseres Zustandes oder unserer Umgebung unsicher, zögerten; trat ein Feind auf, raunten wir Preitenegg, kam ein Freund auf uns zu: Ettendorf, und waren jemandes Absichten noch nicht durchschaubar, verständigten wir uns: Eitweg [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 299

[...] Das haben Sie tatsächlich, Ingeborg, höre ich mich antworten, ich darf Sie doch Ingeborg nennen, nicht Bachmann, Ingeborg, das nicht, das nie, aber Ingeborg doch, höre ich es aus mir sprechen, hören Sie also zu, Ingeborg – nein, warten Sie, sehen Sie auch diese Figur dort, auf dem Felsen, drüben, jenseits, sehen Sie? Es scheint sich um einen Hirten zu handeln [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 300

[...] hören Sie, Ingeborg? – [...]

Der Hirt auf dem Felsen, S. 348

[...] Jetzt setzt Ihre Frau zu einer Antwort an, sie nennt die andere übrigens Ingeborg, wenngleich nicht Bachmann, wie sie betont [...]


Zitiervorschlag:
Ingeborg. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.391, 2019-02.