»die eines Fasses etwa, einer sogenannten Kotze, eines Kuhwampens [...]«

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Kommentar

Kofler bezieht sich in diesem Satz auf die Ausführungen Georg Grabers zur „Truta mora“ in seinen Sagen aus Kärnten : „Die Trut erscheint als kleines Faß (Panzile), als zottige Wolldecke (Kotze), in der Gestalt eines Kuhwampens mit dicken, spannenlangen Füßen und Händen […]. [...] Sie kriecht durch das Schlüsselloch, setzt sich dem im selben Augenblick Erwachenden auf die Brust, drückt ihn und saugt ihm das Blut aus“ ( Graber 1944 , 140).


Georg Graber: Sagen aus Kärnten (1944), Cover
Foto: Wolfgang Straub

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 289

[...] Und Sie wissen, welche Bewandtnis es mit der Truta mora hat, nein?, mit der Trud, mit der Trute? Dann wird Ihnen der Sprachforscher im Irrenhaus Samonig – er hat, vor langer Zeit schon, auch an einer Schlüsselstelle einen tödlichen Witz, den Witz vom Hirten auf dem Felsen, erzählt und ist irrsinnig geworden, er ist tatsächlich wahnsinnig, die einzige Wirklichkeit, die er noch gelten läßt, ist Eishockey, müssen Sie wissen –, der Sprachforscher, wir werden ihn im Zuge der Ermittlungen demnächst besuchen, von den Ermittlungen wird übrigens auch abhängen, ob Sie das Irrenhaus Samonig als freier Mann wieder verlassen werden, oder nicht, lieber Doktor, der Sprachforscher also wird gewiß mehr davon zu erzählen wissen, jetzt nur soviel: Die Trud, oder Truta mora, ist eine Art Alb, sie hat mit dem bösen Blick zu tun, ein Vernichtungswunsch, der auch mancherlei Gestalt und Ungestalt annehmen kann, die eines Fasses etwa, einer sogenannten Kotze, eines Kuhwampens, andererseits als Weg in die Schlafstube das Schlüsselloch bevorzugen soll [...]


Zitiervorschlag:
„die eines Fasses etwa, einer sogenannten Kotze, eines Kuhwampens [...]“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.331, 2019-02.