»mit der Trud, mit der Trute«

TEI version< zurück

Kommentar

Trud, Trute: deutschsprachige Bezeichnung in Kärnten für den nächtlichen, weiblichen Druckgeist (vgl. Lavant 2015, 721)

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 289

[...] Und Sie wissen, welche Bewandtnis es mit der Truta mora hat, nein?, mit der Trud, mit der Trute? Dann wird Ihnen der Sprachforscher im Irrenhaus Samonig – er hat, vor langer Zeit schon, auch an einer Schlüsselstelle einen tödlichen Witz, den Witz vom Hirten auf dem Felsen, erzählt und ist irrsinnig geworden, er ist tatsächlich wahnsinnig, die einzige Wirklichkeit, die er noch gelten läßt, ist Eishockey, müssen Sie wissen –, der Sprachforscher, wir werden ihn im Zuge der Ermittlungen demnächst besuchen, von den Ermittlungen wird übrigens auch abhängen, ob Sie das Irrenhaus Samonig als freier Mann wieder verlassen werden, oder nicht, lieber Doktor, der Sprachforscher also wird gewiß mehr davon zu erzählen wissen, jetzt nur soviel: Die Trud, oder Truta mora, ist eine Art Alb, sie hat mit dem bösen Blick zu tun, ein Vernichtungswunsch, der auch mancherlei Gestalt und Ungestalt annehmen kann, die eines Fasses etwa, einer sogenannten Kotze, eines Kuhwampens, andererseits als Weg in die Schlafstube das Schlüsselloch bevorzugen soll [...]


Zitiervorschlag:
„mit der Trud, mit der Trute“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.329, 2019-02.