»von Krass und von Sagritz«

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Kommentar

Kraß, Sagritz: Katastralgemeinden von Großkirchheim in Kärnten

Textausschnitte

Der Hirt auf dem Felsen, S. 276

[...] Nach den Vorzeichen – zur Auswahl: Der Hahn, zur Unzeit krähend, hat den Tod angemeldet und ist selbst tot von der Faltersäule gefallen; in der Nacht hat es gegen das Holz des Bettgestells geklopft, wie von einem knöchernen Finger, der Einlaß begehrt; auf der Wiese ist ein Schnitter gestanden, der nie gemäht und immer nur die Sense gedengelt hat; oder ein Krug ist ohne sichtbare Ursache vom Herdgesims zu Boden gefallen und zerbrochen – nach den Vorzeichen ist der Sterbende also in der Stube nach Gewohnheit und Recht aufgebahrt, zum langen Schlaf gebettet, die Familie, das Gesinde und die Nachbarn haben sich zur Totenwache eingefunden, alles ist bereit; es ist tiefer Winter, mannshoch liegt der Schnee, die Leute vom Unteren Kaplitzer, vom tiefergelegenen Gehöft, haben sich Stunden zum Oberen Kaplitzer durch den Schnee gearbeitet, ebenso der Landarzt, ebenso der Kaplan auf seinem Versehgang, sie sind von weither, von Krass und von Sagritz, aufgestiegen mit Fackeln und Blendlaternen [...]


Zitiervorschlag:
„von Krass und von Sagritz“. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w2.hirt.227, 2019-02.