Leni

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Kommentar

Leni ist der Name einer Protagonistin in Kafkas Roman Der Prozess .

Textausschnitte

Aus der Wildnis, S. 359

[...] Die Studentin saß nun Kirsch auf dem Lager gegenüber, im Türkensitz, und sagte: Ich hei- ße übrigens Helene, aber meine Freunde hier nennen mich Leni [...]

Aus der Wildnis, S. 360

[...] – Es ist nichts, rief Leni über die Schulter, Jean-Luc ist übel geworden [...]

Aus der Wildnis, S. 361

[...] Aber etwas störte ihn, er meinte seltsame Geräusche aus dem anderen Zimmer zu hören, und als er darauf achtete, waren es gestöhnte Laute hinter ihm, als schüttelte sich jemand – es mußte Leni sein – in Krämpfen, ob aus Schmerz oder aus Lust, war nicht herauszuhören; zwischendurch stieß sie halblaut und erregt auf französisch Sätze hervor, die Kirsch nicht verstand, während eine Männerstimme beruhigend auf sie einredete [...]

Aus der Wildnis, S. 362

[...] Im Vorzimmer fand er eine merkwürdige Versammlung vor: Die Glühbirne an der Decke war eingeschaltet, ein trostlos helles Licht, der Verlobte lehnte am Fenster, und auf einem Sofa saßen der Kunstmaler, Leni und Stephanie; Leni hatte sich im Sitzen an Stephanie gekuschelt und ihren Kopf auf Stephanies Schoß gelegt, wie ein Kind, das beschützt und getröstet sein möchte, zugleich aber lachte sie und sagte voller Behagen: Oh, das tut gut, tut das gut [...]

Aus der Wildnis, S. 363

[...] Also setzte er sich umständlich (erschrocken? Verlegen? Gar blöde dreinschauend?) auf den Boden, während Leni ihren Wunsch wiederholte [...]

Aus der Wildnis, S. 364

[...] Gestern, auf dem Flur, setzte Leni fort, ich bin dir aufgefallen, du hast mich begehrt? Ich habe es bemerkt nämlich [...]

Aus der Wildnis, S. 365

[...] Leni beugte seinen Kopf noch weiter zu sich, schon waren ihre Lippen auf seinen, ihre Zunge (wie flink, ein Vogelzunge?) in seinem Mund, den er ihr widerwillig überließ, da verspürte er auf der Haut des linken Unterschenkels, auf dem schmalen Streifen zwischen Socken und dem durch die Bewegung hochgerutschten Hosenbein, einen brennenden Schmerz, daß er hochfuhr: Stephanie hatte eine Zigarette über seinem Knöchel abgetötet und sah ihn haßerfüllt an; dennoch war Kirsch ihr insgeheim für diese Unterbrechung dankbar [...]

Aus der Wildnis, S. 366

[...] Nein, sagte Leni, du mußt jetzt auch gehen, was er auch sofort und unterwürfig befolgte; dennoch verabschiedete er sich wie einer, der viele – zufällig und billig gewonnene! – Eindrücke mit sich nach Hause nimmt [...]

Aus der Wildnis, S. 367

[...] Leni schmiegte sich sofort an Kirsch, mit einem Griff stellte sie fest, was passiert war, sie sah Kirsch kurz erstaunt, ja mitleidig an, sagte aber nichts; „Wie ein Kind, das sich naß gemacht hat“, wird sie jetzt denken, fuhr es K [...]

Amok und Harmonie, S. 581

[...] In der Nacht, stößt der Koloß hervor, habe er eine Erscheinung gehabt; Lenin und jesu seien ihm erschienen und hätten ihm aufgetragen, als Buße für sein unnützes Leben im Sold der Vereinigten Staaten das folgende zu tun [...]


Zitiervorschlag:
Leni. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.wildnis.1168, 2019-02.