Ich hatt einen Kameraden

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Kommentar

Kofler bezieht sich hier erneut auf den Bericht über die Feier am Ulrichsberg: „Durch eine Lautsprecheranlage ertönt in Direktübertragung von der Feier auf dem Berg das Lied ›Ich hatt’ einen Kameraden‹, dazwischen Ehrenschüsse“ (11/W4/S1). Das Lied vom guten Kameraden – besser bekannt unter der ersten Liedzeile „Ich hatt einen Kameraden“, 1806 von Ludwig Uhland (1787–1862) gedichtet, 1825 von Friedrich Silcher (1787–1862) vertont – ist traditionell Teil militärischer Trauerfeiern der deutschen Bundeswehr und des österreichischen Bundesheers.

Textausschnitte

Aus der Wildnis, S. 327

[...] Auf der Waldlichtung, vor dem großen Stahlkreuz und der Gedenkstätte mit dem Schrein, und auf einer Festwiese sollten sie Zusammenkommen, insgesamt mehrere tausend, um Ansprachen zu halten, eine Feldmesse (ökumenisch) zu feiern, Militärmärsche zu hören, Salutschüsse abzufeuern, Ich hatt einen Kameraden; viele auch, um SS-Embleme und allerlei Faschingsorden herzuzeigen, Russenund judenwitze zu erzählen, Bier aus Pappbechern zu trinken und, im Damals schwelgend, bald in Tränen, bald in Grölen auszubrechen, Und was dem Staffelmann gebühret, drei, vier, fünfundzwanzig Flaschen Bier, ahoi; alles im Dienst von Frieden und Völkerverständigung, und für ein großes Europa, und um „den unzähligen Frauen und Müttern zu beweisen, daß wir der Männer und Söhne, die vom Nordkap bis nach Afrika, vom Kaukasus bis zum Atlantik in fremder Erde und in der Tiefe der Meere liegen, in Ehrfurcht gedenken [...]


Zitiervorschlag:
Ich hatt einen Kameraden. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.wildnis.1066, 2019-02.