Karl Schönherr

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Kommentar

Karl Schönherr (1867–1943), österr. Erzähler und Dramatiker, der Heimatkunstbewegung nahestehend, näherte sich, wenn auch nicht als Parteimitglied, den Nationalsozialisten an. Nach 1945 wurde verschiedentlich eine Schönherr-Renaissance versucht, der Theaterkritiker Hans Weigel hielt ihn für den „bedeutendsten Stückeschreiber, den Österreich je hervorgebracht hat“ (Weigel 1961).

Textausschnitte

Konkurrenz, S. 484

[...] Schreibt er endlich, denkt er sogleich über andere Projekte nach, er schreibt immer das, was er gerade nicht schreibt; während er meine überlegungen auf der Schreibmaschine darstellt, notiert er sich rechts davon; Zürcher Verlobung, Genfer Verhandlungen, Schach, Eagleburger, Naturbetrachtungen, zwei Schattenstimmen –? Alles, nur nicht diesen Roman mit gebotener Entschlossenheit vorantreiben! Er stellt das Radio an und hört Lieder von Mahler, „Nach Mitternacht“ und andere, dann Nachrichten; um die Nachrichten zu hören, legt der Autor sich wieder aufs Bett, verschränkt die Arme unter dem Kopf, es folgen Kulturnachrichten, wieder hat eine Kleinstadt einen Literaturpreis gestiftet und auch schon vergeben, wahrhaft: vergeben; anschließend eine Erzählung von Karl Schönherr [...]


Zitiervorschlag:
Karl Schönherr. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.konkurrenz.1524, 2019-02.