Godard

Textausschnitte

Konkurrenz, S. 475

[...] Hätte Paul van Ostajen seine berühmte „Ode an Singer“ schreiben können ohne den Slogan „Singers Nähmaschinen sind die besten“? Oder ein so radikaler Filmkünstler wie Godard, ist er in seinen Filmen nicht fasziniert, ja gebannt von Beispielen moderner Kommunikation?! Wo also, so dieser Holbach, liegt das, was ich die „innovatorische Priorität“ nenne, bei der Kunst oder bei der Werbung? Eine Antwort wäre hier so schwierig wie die Beantwortung der Frage: Henne oder Ei, denn Kunst und Werbung befruchten einander, schon darum, weil beide an eines gebunden sind – an den Markt! Die Aufgabenstellung der Werbung, meine Damen und Herren, ist, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, einer möglichst großen Menge Menschen, als Zielgruppe definiert, ein Produkt oder eine Dienstleistung so nahe zu bringen, daß Aufmerksamkeit, Interesse und gelenkte Nachfrage entstehen, daß also im Sinne der absatzpolitischen Strategien ein kommerziell meßbarer Nutzen erreicht wird [...]

Konkurrenz, S. 488

[...] Sein Film und seine Filmauffassungen, ah!, jetzt sage ich einmal ah! Sein Godard, sein Antonioni, sein Resnais, sein früher Polanski, ah! Sein Film!, von dem nur dieses irrsinnige, aberwitzig genaue, verletzende, Regisseur, Redakteure und Geldgeber gleichermaßen zurück weisende Drehbuch existiert [...]


Zitiervorschlag:
Godard. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w1.konkurrenz.1504, 2019-02.